Rundgang - Museum Hallstatt

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Museum Hallstatt

Rundgang durch das Museum

1 Geologie

Seit Jahrtausenden nimmt das Salz einen festen Platz im Leben des Menschen ein und auch eine der glanzvollsten Frühkulturen Europas, die Hallstattkultur, verdankt ihre Bezeichnung dem Salzvorkommen im Hallstätter Salzberg. Alles Salz dieser Erde kommt letztendlich aus dem Meer. Durch starke Verdunstung fallen aus dem Meerwasser, das eine Salzlösung ist, Mineralsalze aus - so entstanden vor Jahrmillionen auch die alpinen Salzlagerstätten. Das ostalpine Salinar umfasst alle in den Nördlichen Kalkalpen zwischen Innsbruck und Wien auftretenden Vorkommen chloridischer und sulfatischer Salze und die mit ihnen in genetischem Verband stehenden Sedimente. Das Hallstätter Salzlager hat die Form eines steilstehenden, rund 2700 m langen und bis zu 670 m breiten Rückens, der sich, an drei Seiten von Dachsteinkalk umschlossen, rund 700 m über das Niveau des Hallstättersees erhebt. Die Bildung des Hallstätter Salzlagers erfolgte vor rund 250 Millionen Jahren an der Wende des Erdaltertums zum Erdmittelalter (Permoskyth) in seichten Buchten und Lagunen des Urmeeres (Tethys). Von den etliche Jahrmillionen später einsetzenden Bewegungen der Erdkruste, die zur Auffaltung der nördlichen Kalkalpen geführt haben, wurde die Salzablagerung zu einer stockförmigen Masse zusammengeschoben. Die Lagerstätte besteht im Durchschnitt zu 62 % aus Steinsalz, zu 28 % aus Ton und zu etwa 10 % aus Anhydrit und anderen sulfatischen Nebensalzen. Diese Bestandteile bilden zum größten Teil ein Mischgestein, das vom Salzbergmann als "Haselgebirge" bezeichnet wird.

2 Geschichtsablauf

Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse in der Geschichte Hallstatts - eine Reise durch die Zeit.


3 Jungsteinzeitliche Anfänge

Vor 10.000 Jahren wurden die Menschen sesshaft und begannen Ackerbau Steinbeilund Viehzucht zu betreiben. Dieser Zeitabschnitt wird Jungsteinzeit - Neolithikum - genannt. Steinbeile, wie das Fragment eines Schuhleistenkeils, sind erste Besiedlungsnachweise in Hallstatt. Pickel aus Hirschgeweih sind klassische Bergbaugeräte dieser Zeit. Das hier gezeigte Stück wurde im Jahr 1838 gefunden und konnte im Jahr 2001 mit Hilfe der Radiokohlenstoffmethode auf ein Alter von 7.000 Jahren datiert werden. Es wird immer wahrscheinlicher, dass - nach anfänglicher Nutzung von Quellsole - die bergmännische Gewinnung von Salz bereits in der Jungsteinzeit begonnen hat.

4-5 Prähistorischer Salzbergbau

Im neuzeitlichen Salzbergwerk Hallstatt (seit 1311) hat man immer wieder Spuren eines älteren, prähistorischen Bergbaus entdeckt. Diese Spuren konzentrieren sich an drei Stellen und dokumentieren drei aufeinander folgende Bergwerke, die Nordgruppe (1400-800 v. Chr.), Ostgruppe (800-300 v. Chr.) und Westgruppe (um Christi Geburt) genannt werden. Durch die konservierende Wirkung des Salzes sind auch Dinge aus organischem Material wie Holz, Fell, Leder, Textilien... erhalten – kostbare Raritäten für die Urgeschichtsforschung.

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Hallstattkultur


Es gehört zu den Gepflogenheiten der Urgeschichtsforschung, Fundgruppen gleichen Gepräges zu „Kulturen“ zusammenzufassen und mit dem Namen eines wichtigen Fundortes zu benennen. Die Kultur der Älteren Eisenzeit Mitteleuropas, vom 8. bis zum 5. Jahrhundert v. Chr., wird mit gutem Grund „Hallstattkultur“ genannt. Namengebend ist das Hallstätter Gräberfeld, ein großer Friedhof dieser Zeit, der im Jahre 1846 im Salzbergtal hoch über dem Ortszentrum von Hallstatt entdeckt wurde.


7 Die Katastrophe


Im 4. Jahrhundert v. Chr. beendete ein katastrophaler Bergsturz, der nicht nur das gesamte Hochtal verwüstete, sondern auch durch Stollen und Schächte ins Berginnere vordrang, die blühende Hochkultur im Salzbergtal. Große Steine, Wurzelstöcke, Schotter und Erde sind bis in große Tiefen vorgedrungen.


8 Die Kelten

Die Naturkatastrophe des 4. Jahrhunderts v. Chr. brachte einen schweren Rückschlag für die Entwicklung Hallstatts. Zu dieser Zeit waren bereits keltische Einflüsse zu beobachten. Einige wenige Gräber beweisen dies. Die Kultur der Kelten wird nach einem Fundort am Ufer des Neuenburger Sees in der Schweiz „La-Téne-Kultur“ benannt.
Aus der Spätzeit dieser Kultur gibt es in Hallstatt eine ausgedehnte Siedlung am Südfuß des Plassen, auf der Dammwiese in 1350 m Seehöhe. Wohl aus Angst vor weiteren Erdrutschen haben sich die Menschen dorthin zurückgezogen. Das dazugehörende Bergwerk ist das der Westgruppe.


9 Die Römer in Hallstatt

Im zweiten vorchristlichen Jahrhundert kam es zu ersten direkten Kontakten zwischen den Kelten des norischen Königreichs und dem Römischen Imperium. Man tauschte Gesandtschaften aus und schloss Freundschafts- und Bündnisverträge. Als unmittelbarer Nachbar der Römer war man bemüht mit diesen in Frieden zu leben, zumal sie als Handelspartner sehr hoch geschätzt wurden. Handel und Verkehr spielten auch bei den von den Salzexporten abhängigen Hallstättern jener Zeit eine bedeutende Rolle. Durch die Großmachtpolitik des römischen Kaisers Augustus änderte sich im Jahre 15 v. Chr. die Situation für das norische Königreich grundlegend. Unter dem Zwang von geopolitischen Notwendigkeiten entschloss er sich die Grenze des Imperiums bis an Elbe und Donau auszuweiten. Die römische Besetzung Noricums brachte auch für den Salzbergbau Veränderungen mit sich. Schon bald nach der Übernahme der okkupierten Gebiete dürften die ersten Besatzungstruppen ins Salzkammergut und somit auch nach Hallstatt gekommen sein und sich hier niedergelassen haben. Es ist anzunehmen, dass sie wie vor ca. 400 Jahren die Kelten, alle Machtpositionen übernommen haben und sowohl den Salzabbau als auch den Vertrieb ihrer Leitung unterstellten. Im Gegensatz zu den "Salzfürsten" der Vorzeit siedelten sie nicht im Nahbereich der Abbaustätten, sondern bevorzugten Ortsteile des heutigen Hallstatt am Ufer des Hallstättersees. Ihre Häuser (Villen) waren mit Fußbodenheizung, Glasfenstern, Exportkeramik u.a.m. recht luxuriös ausgestattet und ließen eine höhergestellte, recht wohlhabende Gesellschaft erkennen.

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Mittelalter und Neuzeit

Der Zusammenbruch des Weströmischen Reichs brachte auch für den Salzbergbau in Hallstatt große wirtschaftliche Einbußen. Mit der anschließenden bairischen Landnahme, die friedlich vor sich gegangen sein dürfte, war auch eine Grundlage für den heutigen "Volkstumscharakter" unseres Landes gelegt worden. Um das Jahr 1000 erreichte der alpine Salzbergbau allmählich wieder jene Bedeutung, die er schon in prähistorischer Zeit und während der römischen Epoche hatte. Ende des 13.Jahrhunderts kam es, ausgelöst durch einen Streit um Salzabsatzgebiete, zum "Salzkrieg" zwischen dem Landesherren (Albrecht I.) und dem Erzbischof von Salzburg. Königin Elisabeth, die Witwe König Albrechts I., widmete sich um das Jahr 1311 mit vollem Einsatz der Neuorganisation des Hallstätter Salzwesens. Bergbau und Sudwesen wurden zum "Staatsbetrieb" und blieben dies bis zum Jahre 1998.
Maximilian I. bestätigte am Ende des 15. Jahrhunderts den Bürgern von Hallstatt die seit 1311 bestehende Marktfreiheit und verlieh ihnen zudem ein eigenes Marktwappen und das Braurecht.

11 Rauchkuchl

12 Hallstatt brennt

In den Nachtstunden des 20. September 1750 wurde der Markt Hallstatt von einer furchtbaren Brandkatastrophe heimgesucht. Ausgangspunkt des Feuers war das Haus des "Keferbäcks" am Marktplatz Nr. 61. Die Frau des Bäckermeisters wollte eine Dachkammer mit in Asche gebettetem glühenden Holz erwärmen, unterließ dabei jedoch die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen. Umliegende brennbare Gegenstände fingen Feuer und lösten jenes Flammenmeer aus, dem ein Großteil des Ortsteiles Markt zum Opfer fiel. Sämtliche ärarischen Gebäude wie die Hofkapelle, die Spitalskirche, das Pfannhaus und alle dazugehörenden Bauten sowie 9 Salzfertigerhäuser und zahlreiche Privatgebäude wurden im Verlaufe dieses Großbrandes in Asche gelegt, bei dem auch vier Personen den Tod fanden. Insgesamt wurden 35 Häuser ein Raub der Flammen.


13 Gesundheit und Fürsorge

Schon Maximilian I. hatte zur Versorgung hilfsbedürftiger Salinenangehöriger in HallstattGesundheit unweit des Hofhauses im Markt ein Spital erbauen lassen. Im Jahre 1533 wurde die Spitalsanlage erweitert. Zweck der Spitalsstiftung war nicht nur die Erhaltung der Gesundheit, sondern auch die humane Unterbringung und Verpflegung alter und bedürftiger Menschen. Hallstatt hatte also bereits im 16.Jahrhundert ein gut funktionierendes Altersheim. Der Brand des Marktes (1750) hatte auch das für die damalige Zeit vorbildliche Salinenspital zerstört. Der Neubau (1770 -72) wurde nicht mehr im Markt, sondern wie das Sud- und Amtshaus in der Lahn errichtet. Das neue Gebäude verfügte über Kranken-, Rekonvaleszenten- und Isolierzimmer. Das Sanitätswesen im Kammergut unterstand seit jeher dem Salzamt und wurde von graduierten Ärzten geleitet. In den einzelnen Orten versahen "Bader" die medizinische Versorgung der Bevölkerung.

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14
Johann Georg Ramsauer (1795 – 1874)

Johann Georg Ramsauer ist einer der großen Söhne Hallstatts. Mit 13 Jahren trat er als Manipulationszögling in den Dienst des Salzbergbaus. Er muss sehr tüchtig gewesen sein und hatte eine steile Karriere. Schon mit 36 Jahren wurde er Bergmeister (Betriebsleiter) in Hallstatt. Er war dreimal verheiratet und hatte 22 Kinder. 79jährig starb er, hochgeehrt und mit mehreren Orden ausgezeichnet, in Linz. Ramsauer gilt als Entdecker des „Gräberfeldes Hallstatt“, einem Friedhof der Älteren Eisenzeit, der zum namengebenden Fundort der „Hallstattkultur“ wurde.

15 Das Gräberfeld Hallstatt


Das Gräberfeld Hallstatt liegt am Ausgang des schwer zugänglichen Salzbergtales hoch über Hallstatt. Es wird heute angenommen, dass weit über 4000 Menschen hier bestattet wurden. Fast die Hälfte davon wurde vor der Beerdigung verbrannt. Diese „Brandgräber“ enthielten die Masse der reichen Beigaben, waren also einer sozial gehobenen Schicht vorbehalten. Die Sohle der Gräber war geebnet, gestampft oder mit feinem Sand bestreut. In 121 Fällen wird von flachen, gebrannten Tonwannen berichtet. Die Gräber wurden mit großen Steinen bedeckt und hatten keine oberirdische Kennzeichnung. In den Körpergräbern wurde der Verstorbene in Rückenlage mit Blick zum Ausgang des Tales gebettet. Das Gräberfeld Hallstatt wurde vom 8. bis zum 4. Jahrhundert v. Chr. belegt. Wir können zwei Zeitstufen unterscheiden, eine ältere, 8. und 7. Jahrhundert und eine jüngere, 6. und 5. Jahrhundert. Einige wenige Gräber stammen aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Man könnte das Gräberfeld Hallstatt daher auch den Friedhof der Ostgruppe der prähistorischen Bergwerke bezeichnen.

16 Der Reichtum des Gräberfeldes


Bezüglich Menge und Qualität der Beigaben hat das Gräberfeld Hallstatt kaum seinesgleichen. Zwar fehlen „fürstliche“ Bestattungen, aber der allgemeine Wohlstand muss beträchtlich gewesen sein. Besonders hervorzuheben sind aus dem Süden importierte Stücke wie Bronzegeschirr aus Italien oder Waffen und Glas aus Slowenien. Aus dem Norden Europas holte man sich den damals offensichtlich schon sehr beliebten Bernstein. Das reichste aller Gräber, das Grab 507, wurde im Jahre 1856 entdeckt und in Beisein des österreichischen Kaiserpaares geöffnet.

17 Die Pioniere von Hallstatt

Der junge Naturforscher Friedrich SIMONY kam im Jahre 1840 nach Hallstatt und leistete in den folgenden 50 Jahren außerordentliche Forschungsarbeiten, die nicht unwesentlich zur großen Popularität der Marktgemeinde in aller Welt beitrugen. Seine Verdienste für Hallstatt lagen jedoch nicht nur in seinen wissenschaftlichen Arbeiten, sondern auch in seinen für die damalige Zeit aufsehenerregenden hochalpinistischen Unternehmungen. Friedrich Simony gilt auch als Gründer des Hallstätter Museums.

Isidor ENGL hat als erster Kustos in den Anfängen des Musealvereins die Basis für die heutige Sammlung geschaffen. Sein fortgeschrittenes Alter ließ ihm nicht viel Zeit, doch durch Fleiß und Fachwissen konnte er bereits am Beginn des 20. Jahrhunderts ein zwar kleines, aber in Fachkreisen anerkanntes Museum schaffen. Mit seinen Zeichnungen und Aquarellen dokumentierte Engl zahlreiche Grabungen und mit seinen Darstellungen der einzelnen Ortsbereiche leistete er einen wichtigen Beitrag für die künftige Geschichtsforschung.

Friedrich MORTON kam als junger Mann nach Hallstatt (1915) und war vom uralten Bergmannsort derart fasziniert, dass er ihn später zu seiner Wahlheimat machte. In der Folge gelang es ihm - so wie Johann Georg Ramsauer im 19.Jahrhundert durch die Entdeckung des Gräberfeldes - Hallstatt ins Blickfeld der Weltöffentlichkeit zu rücken. Als Kustos des Hallstätter Museums konnte er viele Grabungserfolge verzeichnen und die große Anzahl seiner Veröffentlichungen trug zu steter Präsenz des Ortes und "seines Museums" in der interessierten Fachwelt bei.

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18
Religion - katholisch


Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass es im Salzkammergut bereits 300 Jahre nach Christi Geburt zu einer ersten Verbreitung des Christentums gekommen ist. Die erste Erwähnung einer romanischen Kirche am Beginn des 12. Jahrhunderts weist auf eine bereits vorhandene Pfarrgemeinde in Hallstatt hin. Weitere Hinweise auf eine Pfarre finden sich in jenen Urkunden, in denen Königin Elisabeth 1311 die Salzgewinnung mit einer neuen Organisation ausstattete. Sie verfügte, "on daz saltz, waz von gesatzten recht dem pharrer und anderen läuten in dem phanhaus gevellet" und bestimmte weiters, es "sol auch ir iglicher alle wochen dem pharrer einen phenich geben von sein phanhausstat". Die Königin hatte also eine Abmachung zu Gunsten des Pfarrers von Hallstatt mit einer Urkunde bestätigt. Bestand die Zuwendung an den Geistlichen vorerst aus Salz vom Pfannhaus, so erhielt er nun eine Unterstützung in Form von "wöchentlichen Pfenningen".

18 Religion - evangelisch

Die Lehre Martin Luthers verbreitete sich bereits am Anfang des 16. Jahrhunderts im ganzen Lande und fiel bei der notleidenden Bevölkerung des Salzkammerguts auf fruchtbaren Boden. Die Kunde von dem deutschen Augustinermönch, der sich gegen die Ungerechtigkeit der Kirche erhoben hatte, dürfte die Salinenorte über die Wege der Salzschifffahrt schon nach kurzer Zeit erreicht haben. Die katholische Geistlichkeit wurde immer mehr zurückgedrängt; ein Teil der Pfarrer war zum neuen Glauben übergewechselt, gegen die katholisch Verbliebenen kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen. Bei der 1578 eingeleiteten Gegenreformation kam es zur Schließung protestantischer Schulen, Verbrennung evangelischer Bücher und Vertreibung der Prediger. Die protestantischen Salzarbeiter wurden aufgefordert, entweder katholisch zu werden oder auszuwandern. Es kam zu einer offenen Rebellion. Im Jahre 1781 erließ Kaiser Joseph II. ein Toleranzedikt, in dem er freie Religionsausübung für alle und gleiche Rechte für die protestantischen Bekenntnisse zusicherte. Damit war die 180 Jahre lange Unterdrückung der Evangelischen zu Ende.

19 Salinenwesen

Kochsalz (NaCl), nimmt seit Jahrtausenden einen festen Platz im Leben des Menschen ein, sei es als Zusatz zur Nahrung oder als Konservierungsmittel für Lebensmittel. Salzvorkommen in einer von der Natur vorgegebenen Form (Quellsole) wurden genutzt. Bereits in der Jungsteinzeit begann man die Lagerstätte bergmännisch abzubauen. Gewonnen wird das Salz im Berg, erzeugt wird es in der Saline. Als Saline verstand man bis ins 20. Jahrhundert das "Sudhaus". In Hallstatt bestand bereits vor dem Jahre 1311 ein Sudhaus in dem Salz erzeugt wurde. Als "das Salz sieden" bezeichnet man den Arbeitsvorgang bei dem aus der Sole (Salzlösung, die zu zwei Drittel aus Wasser und einem Drittel aus Salz besteht) Salz ausgeschieden wird. Das Salzwesen beinhaltet aber nicht nur die Salzerzeugung, sondern bringt auch eine Vielfalt für die Salzlagerung und den Salzhandel notwendige Tätigkeiten mit sich.
Eigene Berufsgruppen, die "Salzfertiger", waren bis ins 19. Jahrhundert dem Staate gegenüber zu bestimmten Dienstleistungen verpflichtet. Sie übernahmen das im Bergwerk gewonnene Salz, dörrten (trockneten), verpackten und verfrachteten es, um es schließlich gewinnbringend verkaufen zu können. Sind heute die vorwiegenden Verwendungszwecke des Salzes Winterdienst, Wasserenthärtung, Soda- und Chlorproduktion u.v.m., so soll nicht vergessen werden, dass es als Lebens- und Genussmittel unentbehrlich war, ist und sein wird.

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20
Münzwesen

Geldwährung im Raum Hallstatt - Entwicklung von der Naturalwirtschaft zur bargeldlosen Zahlung.

21 Salzbergbau der Neuzeit

Die Tätigkeit der Bergleute zählt zu den ältesten und vielfältigsten Berufen der Menschheitsgeschichte. Nur fachlich hochqualifizierte Personen sind geeignet, den schwierigen Beruf eines Bergmanns auszuüben. Heute sind es drei Hierarchien, die eine ordnungsgemäße Bergbautätigkeit sicherstellen:

Die Bergleute, also alle mit Vortrieb, Abbau, Ausbau, Förderung, Wässerung (Gewinnung), Erhaltung, Instandhaltung u.a. beschäftigten Bergarbeiter.
Die mittleren technischen Führungskräfte, unter denen man seit altersher die Steiger (Aufsichtsbeamte) versteht. Heute sind dies die Absolventen der Leobener Berg- und Hüttenschule in ihren vielfältigen Einsatzbereichen als Revier- oder Fahrsteiger, als Markscheider (Vermessungssteiger), als Obersteiger und in Einzelfällen auch als Bergbau-Betriebsleiter.
Die gehobene technische Führungsebene. Sie wurde von Anfang an aus besonders befähigten Bergleuten gebildet und besteht heute vorwiegend aus Absolventen der Montanuniversität Leoben, die als Bergingenieure, Bergbaubetriebsleiter, Betriebsassistenten, verantwortliche Markscheider, Geologen u.ä. tätig sind.
Der Abbau von Salz bildet auch heute die Lebensgrundlage vieler Hallstätter. Das Ziel ist die Salzversorgung sicher zu stellen und Gewinne zu erwirtschaften. Dazu bedarf es einer stetigen Verbesserung der technischen Ausstattung, der Einführung neuer Produktions- und Abbaumethoden, tiefgreifender organisatorischer Maßnahmen und innerbetrieblicher Strukturverbesserungen.

22 Arbeit und Handwerk


Dem Handwerk kam in Hallstatt bereits in prähistorischer Zeit große Bedeutung zu und war Grundlage für die Entwicklung der ersten Hochkulturen. Um Salz aus dem Berg gewinnen zu können war handwerkliches Geschick ebenso notwendig wie bei der Erzeugung von Gebrauchsgegenständen, Werkzeug, Schmuck und Waffen. Die Neuordnung des Salzwesens im Jahre 1311 zeigte erstmals die Vielfalt der für die Salzgewinnung und den Salzhandel erforderlichen Tätigkeiten auf. Zur Bewältigung der unterschiedlichsten Aufgaben unterhielt man eigene Werkstätten und Werften, was wiederum den Einsatz eines ganzen Stabes von Spezialisten voraussetzte. Zahlreiche neue Berufe dürften in dieser Zeit entstanden sein. Neben den Arbeitsmöglichkeiten im Bergbau und in der Saline herrschte seit jeher ein großer Bedarf an Fachkräften für die Weiterverarbeitung von Holz. Um talentierten Menschen die Möglichkeit zu einer entsprechenden Ausbildung zu bieten, kam es im Jahre 1873 zur Gründung einer Fachschule für "Holzschnitzerei und Marmorbearbeitung". Aus dieser entwickelte sich im Laufe der Zeit eine anerkannte Institution, die heute als "Höhere Technische Bundeslehranstalt" für viele den Start in ein erfolgreiches Berufsleben sicher stellt.

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23 Tourismus

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts begann im Umfeld des Kaiserhauses der Tourismus für Hallstatt ein wirtschaftlicher Faktor zu werden. Ursachen dafür waren die damals gerade in Mode kommenden Heilbäder und die neuerdings aktuell gewordene Entdeckung der Natur. Um die Landschaft zu erleben, begann man zu reisen. Vor allem das Gebirge, das der Mensch seit Jahrhunderten wegen seiner Gefahren gemieden hatte, übte plötzlich eine starke Faszination aus. Bereits am Beginn des 19.Jahrhunderts weckten Reiseschriftsteller das Interesse der Öffentlichkeit an der wunderschönen Landschaft am Fuße des Dachsteins. Das Schlagwort von der "österreichischen Schweiz" wurde geprägt und der bis dahin von der "Außenwelt" wenig beachtete Ort Hallstatt wurde Reiseziel. Mit der Einführung des Schiffsverkehrs (1862), dem Bau einer Straße am Westufer des Hallstättersees (1874) und einem Eisenbahnanschluss (1877) wurde der Ort für jedermann erreichbar. Alljährlich kamen nun tausende Gäste, um die Naturschönheiten zu genießen. Ein wesentlicher Grund für die touristische Attraktivität Hallstatts ist der im Jahre 1874 vom nordischen Archäologen Hildebrand bei einer Tagung erstmals verwendete Ausdruck "Hallstattkultur". Diese Benennung war für jene Kultur, wie sie nicht nur auf dem Gräberfeld von Hallstatt, sondern in ganz Mitteleuropa festgestellt werden konnte, bezeichnend.

24 Lebensraum Natur

Die vielfältigen Lebensräume und Kleinbiotope auf engstem Raum haben in Hallstatt eine überaus reichhaltige Artenvielfalt im Tier- und Pflanzenreich entstehen lassen. Vom Dachsteinplateau über Almen, Bergwälder, Schluchten, Bannwälder und das imposante Echerntal mit seinen gewaltigen glazialen Erscheinungen und Wasserfällen reichen diese Biozönosen bis in die Tiefen des steilufrigen Hallstättersees. Zur Fauna gehört der im Gebirge lebende Steinadler ebenso wie die in der Dunkelheit des Sees jagende Aalrutte. Raritäten aus der Flora von Hallstatt: Alpenanemone, Mondraute, Hirschzunge, Frauenschuh, Türkenbund.
Dieser Raum bietet einen kleinen Einblick und soll neugierig machen.

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25 Kunsthandwerk

Die Urformen der Kunst reichen bis in vorchristliche Zeit zurück. Das Kunstwerk ist ein ursprüngliches und ganzheitliches Werk, das sich von anderen gemachten Gegenständen und von den Werken der Natur abhebt. Es ist ein besonderes selbständiges Gestaltphänomen. Das Kunstwerk ist zunächst nicht historisch, nicht abhängig, sondern es ist vorweg einzigartig, unwiederholbar, unableitbar original.
Das Kunstwerk ist nicht nur reine Kunst, es ist auch geschichtlich, sozial und örtlich gebunden und vom Material abhängig. Zwei Hallstätter Künstler, die mit unterschiedlichen Materialien Kunst geschaffen haben, werden hier exemplarisch gezeigt.


26 Weltkulturerbe


Im Dezember 1997 beschloss das Welterbe-Komitee der UNESCO die Kulturlandschaft Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut auf die "Liste des Welterbes" zu setzen. Die Begründung des Komitees für die von ihm getroffene Entscheidung war: "Bei der alpinen Region Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut handelt es sich um ein außergewöhnliches Beispiel einer Naturlandschaft von einzigartiger Schönheit und besonderer wissenschaftlicher Bedeutung, die auch Zeugnis von der frühen und kontinuierlichen menschlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Tätigkeit ablegt. Diese Kulturlandschaft verbindet Natur und Kultur in harmonischer und sich gegenseitig ergänzender Art und Weise". Durch diese Auszeichnung steht die Region Hallstatt unter dem besonderen Schutz des globalen Kultur- und Naturerbes.

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